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Eltern-Kind-Entfremdung und Kontaktabbruch. Zum Wohle des Kindes

Aktualisiert: 29. Juni

Ich bin wütend. Gerade las ich den Hilferuf einer Mutter, deren 11‑jährige Tochter nach einem Besuch beim Vater entschied, nicht mehr zu ihr zurückzukehren. Seitdem blockt sie jeden Kontakt ab. Die Mutter, die ihre Tochter liebt und bis dahin ein gutes Verhältnis zu ihr hatte, versteht die Welt nicht mehr. Sie hat Gerichtsverfahren hinter sich, kämpft um Kontakt – und hört immer wieder denselben Satz: „Akzeptieren Sie das. Es ist zum Wohle des Kindes.“


Dieser Satz trifft viele Eltern wie ein Schlag. Er steht oft im Raum, wenn es eigentlich um etwas ganz anderes geht: Eltern‑Kind‑Entfremdung (EKE). (EKE - Marion Krause)

Zum Thema PAS findet ihr ebenfalls in Folge 11 meines Podcasts "Freude & Sein" weitere Informationen


Podcast‑Player mit einer Folge über Eltern‑Kind‑Entfremdung und Kontaktabbruch.



Meine eigene Geschichte

Als ich die Zeilen der Mutter las, wurde ich schlagartig in meine eigene Vergangenheit katapultiert – über zwei Jahrzehnte zurück. Damals hörte ich Sätze wie:


  • „Akzeptiere es einfach... “

  • „Ein Kind gehört doch zur Mutter.“


Doch die Realität war eine Achterbahnfahrt aus Sorge, Angst, Wut und Ohnmacht. Ich wollte meinem Sohn nach der Trennung einen liebevollen Umgang mit beiden Eltern ermöglichen. Ich hoffte auf Kooperation – zum Wohle des Kindes.


Was dann geschah, sprengte meinen Glauben an Fairness und Menschlichkeit. Von heute auf morgen wurde alles, was selbstverständlich war, fragil: Nähe, Vertrauen, Alltag, Sicherheit.


"Zum Wohle des Kindes" - Wirklich?

Dieser Satz wird häufig benutzt – von Ämtern, Gutachter*innen, Elternteilen, Gerichten. Doch oft bedeutet er etwas anderes: "Auf dem Rücken des Kindes".


Von heute auf morgen bricht etwas weg, womit wir uns zutiefst verbunden fühlten und wir merken plötzlich, dass dieses Selbstverständliche nicht mehr selbstverständlich ist. Plötzlich bestimmen Fremde, wie man sein Kind zu lieben hat, wann man es sehen darf und ob ein Umgang stattfindet.


Eine junge Frau, traurig und nachdenklich, als Sinnbild für die inneren Folgen von Eltern‑Kind‑Entfremdung und Kontaktabbruch.

Wir bangen plötzlich darum, ob unser Sohn oder unsere Tochter zum nächsten

Umgangswochenende oder Treffen kommen wird, oder ob wieder ein "Grund" gefunden wird, den Kontakt zu verhindern





Warum passiert das?


Viele Menschen haben nie gelernt, was Liebe, Bindung und Vertrauen bedeutet. Sie wuchsen in Systemen auf, wo Gehorsam, Anstand und Leistung das Maß aller Dinge waren. Wo Zärtlichkeit, Individualität und Gefühle zeigen dürfen als Schwäche galten.


Diese Muster prägen Erwachsene – und damit auch ihre Entscheidungen als Eltern. Sie wirken wie eine alte Software, die weiterläuft, obwohl sie längst überholt ist.


Eltern-Kind-Entfremdung und Kontaktabbruch entsteht oft dort, wo alte Muster, Ängste und ungelöste Wunden das Denken und Fühlen bestimmen.


Der Schlüssel zur Heilung

Ich suchte lange nach Lösungen im Außen – und rannte gegen Mauern. Erst als ich begann, mich mir selbst zuzuwenden, veränderte sich etwas:


  • Ich lernte meine Gefühle wahrzunehmen

  • Ich lernte, sie auszusprechen

  • Ich lernte, auf meinen Körper zu hören

  • Ich erkannte meine alten Glaubensmuster

  • Ich baute ein neues Selbst‑Bewusstsein auf


Das war kein Sprint, sondern ein Marathon. Ich baute meine seelischen und körperlichen Muskeln langsam wieder auf. Ich kam in meine Kraft, lernte loszulassen und fand wieder Freude.


Was hat das mit dem Wohl des Kindes zu tun?

Sehr viel. Wenn wir unsere eigenen Wunden heilen, heilen wir automatisch die Muster unserer Familie. Wir werden zu einer Quelle von Frieden, Sicherheit und Klarheit – und das wirkt auf unsere Kinder und Enkelkinder.


Die Lösung liegt in uns

Wir haben gelernt, Gefühle zu verstecken, um Liebe und Anerkennung nicht zu verlieren. Doch echte Verbindung entsteht nur, wenn wir uns zeigen – ehrlich, offen, verletzlich.


Heilung bedeutet:


  • nicht etwas wegzudrücken sondern etwas hinzuzulassen: Liebe, Weichheit, Wachheit, Vertrauen

  • Zu erkennen, das man sich nicht verausgaben muss, sich nicht betäuben muss, nichts optimieren muss, sondern dem Heilungsprozess vertrauen darf.

  • Du darfst sein wie du bist


Und genau das ist - im tiefsten Sinne - zum Wohle des Kindes.


Eltern Kind Entfremdung und Kontaktabbruch – eine komplexe Dynamik!

Cover des Buches über innere Wunden, Heilung und die Dynamiken von Eltern‑Kind‑Entfremdung.

Mein Buch zum Thema:

"Der entfremdete Sohn" - Marion Krause (2022)


Mehr Informationen findet ihr hier:




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